der weg
und hinein kommt man natürlich nur durch unseren keller.
wir selbst waren erst einmal in unserem keller, und da fiel eine morsche leiter auf unseren kopf, und seitdem sind wir nicht mehr die, die wir einmal waren. wir hatten sozusagen einen schock erlebt, ein schockerlebnis also. der keller ist in diesem zustand seit 1750, also seit langen jahren. ein schmaler tunnel, der sich unter der last des hauses biegt, mit weichen wänden, in denen schilf aus über dreihundert jahren modert (wer rechnen kann...).
in den zellen sitzen lauter alte meister, also banale verbrecher. uralt und deswegen nicht mehr banal, und metaphysisch aufgelöst, eigentlich aber nur in co2. und eine zelle, das ist unsere, aber wir waren noch nie in ihrem inneren (da es uns graust). aber wir sind überzeugt davon, dass sie der weg ist, und dass der weg zum ziel führt. man muss sich nur vor den schlaffen holzscheiten hüten, die vor 150 jahren einmal ein liebesabeteuer zwischen einer französischen baronesse und einem altwiener jungadeligen heiß untermalen hätten sollen, und das ist über geblieben, totes holz, und sie haben sich nicht mehr gefunden, da das haus verdunkelt war und das holz im keller lag, und es war gefährlich, in dunkelheit den keller zu betreten, so wagte sich nicht einmal das resolute dienstmädchen, das eigentlich schon eine frau war, hinunter, und so entschwand die baronesse- bei morgengrauen- nach frankreich, nämlich paris, wo die pest wütete, und so scheiterte diese liebe an einem holzscheit. oder auch mehreren, aber das ist das wesentliche: sie scheiterte an einem holzscheit.
die baronesse ist ungeliebt verstorben. in ihrem himmelbett ist sie eines tages nicht mehr aufgewacht. ihren schmuck nahmen die hausangestellten mit, so trat sie dem jenseits im nachtkleid gegenüber, sie trug kein korsett, und ihr bauch war aufgedunsen von der pest. so trat sie unheilschwangere dem unheil gegenüber.
der junge adelige ließ alle holzscheiten im ganzen land verbrennen und schwor, dass dieses feuer ewig brennen sollte, in gedenken an die baronesse. währenddessen befand er sich noch in dem glauben, dass die baronesse lebte. die kuriere zu dieser zeit brauchten lange tage, um eine zeitung zu überbringen. (zu dieser zeit befand sich der kurier noch in strasbourg, wo er von zwei schändlichen personen, namentlich gassenmädchen, aufgehalten worden war)
der junge adelige spekulierte indessen darauf, dass die französische baronesse in frankreich vom habsburgerreich die feuer brennen sehen würde. aber die augen der baronesse waren schon in einen anderen zustand getreten, und es ist wohl ein glück, dass der junge adelige diese augen nicht mehr sehen musste, obwohl es wohl sein einziger wunsch war, diese augen noch einmal im schein der feuer leuchten zu sehen, doch diese augen leuchteten schon längst im schimmer der feuchten erde.so hatte sich doch noch eine arme seele gefunden, die diesen noblen körper begraben hatte, allerdings im nachtkleid. und so lernten zu dieser zeit viele menschen, dass man die holzscheiten nicht im keller lagern soll. für gewisse adelige kam diese erkenntnis zu spät.
wir selbst waren erst einmal in unserem keller, und da fiel eine morsche leiter auf unseren kopf, und seitdem sind wir nicht mehr die, die wir einmal waren. wir hatten sozusagen einen schock erlebt, ein schockerlebnis also. der keller ist in diesem zustand seit 1750, also seit langen jahren. ein schmaler tunnel, der sich unter der last des hauses biegt, mit weichen wänden, in denen schilf aus über dreihundert jahren modert (wer rechnen kann...).
in den zellen sitzen lauter alte meister, also banale verbrecher. uralt und deswegen nicht mehr banal, und metaphysisch aufgelöst, eigentlich aber nur in co2. und eine zelle, das ist unsere, aber wir waren noch nie in ihrem inneren (da es uns graust). aber wir sind überzeugt davon, dass sie der weg ist, und dass der weg zum ziel führt. man muss sich nur vor den schlaffen holzscheiten hüten, die vor 150 jahren einmal ein liebesabeteuer zwischen einer französischen baronesse und einem altwiener jungadeligen heiß untermalen hätten sollen, und das ist über geblieben, totes holz, und sie haben sich nicht mehr gefunden, da das haus verdunkelt war und das holz im keller lag, und es war gefährlich, in dunkelheit den keller zu betreten, so wagte sich nicht einmal das resolute dienstmädchen, das eigentlich schon eine frau war, hinunter, und so entschwand die baronesse- bei morgengrauen- nach frankreich, nämlich paris, wo die pest wütete, und so scheiterte diese liebe an einem holzscheit. oder auch mehreren, aber das ist das wesentliche: sie scheiterte an einem holzscheit.
die baronesse ist ungeliebt verstorben. in ihrem himmelbett ist sie eines tages nicht mehr aufgewacht. ihren schmuck nahmen die hausangestellten mit, so trat sie dem jenseits im nachtkleid gegenüber, sie trug kein korsett, und ihr bauch war aufgedunsen von der pest. so trat sie unheilschwangere dem unheil gegenüber.
der junge adelige ließ alle holzscheiten im ganzen land verbrennen und schwor, dass dieses feuer ewig brennen sollte, in gedenken an die baronesse. währenddessen befand er sich noch in dem glauben, dass die baronesse lebte. die kuriere zu dieser zeit brauchten lange tage, um eine zeitung zu überbringen. (zu dieser zeit befand sich der kurier noch in strasbourg, wo er von zwei schändlichen personen, namentlich gassenmädchen, aufgehalten worden war)
der junge adelige spekulierte indessen darauf, dass die französische baronesse in frankreich vom habsburgerreich die feuer brennen sehen würde. aber die augen der baronesse waren schon in einen anderen zustand getreten, und es ist wohl ein glück, dass der junge adelige diese augen nicht mehr sehen musste, obwohl es wohl sein einziger wunsch war, diese augen noch einmal im schein der feuer leuchten zu sehen, doch diese augen leuchteten schon längst im schimmer der feuchten erde.so hatte sich doch noch eine arme seele gefunden, die diesen noblen körper begraben hatte, allerdings im nachtkleid. und so lernten zu dieser zeit viele menschen, dass man die holzscheiten nicht im keller lagern soll. für gewisse adelige kam diese erkenntnis zu spät.
bia - 28. Jan, 14:35