ein leben am rande der unwürdigkeit
es kann einem ja nichts mehr passieren, wenn einem schon alles passiert ist.
nachdem mir gestern abend wieder so ein herrliches tüpfelchen auf dem i geschehen ist, habe ich heute morgen beschlossen, auszuprobieren, wie lange ich es aushalte, nichts zu essen. nachdem mir die großmutter mit rauswurf gedroht hatte und mir danach ungefähr sieben verschiedene speisen, von der käsenudel bis zum joghurt anbot, eine davon sogar zweifach, und sagte, dass sie mir neue schuhe kaufen müsse (da es ja, wie sie mir einige tage zuvor erzählt hatte, menschen gab, die auf die sohle achteten), musste ich gehen.
derweil hatte ich schon zwei sachen gelernt. mein hirn hatte mit einer neuen art von intelligenz freundschaft geschlossen. diese begebenheit möchte ich mit zwei anschaulichen beispielen illustrieren.
1.) ich räumte auf, da fiel mir mein mantel in den weg, der auf dem sitzsack lag, oder so ähnlich. vor dem winter, also in den nächsten sechs monaten oder so, muss ich den unbedingt reinigen lassen. ich wollte ihn aufheben und in den schrank hängen, da wollte ich ihn doch wieder liegen lassen, da ich dachte, dass ich diesen monat kein geld zur reinigung hätte. da kam diese neuartige intelligenz daher und sagte mir: dann ist es wohl doch schlauer, den mantel in den schrank zu hängen, als ihn liegen zu lassen.
2.) wie ich hinterher durch die straße fuhr und mein fahrradschloss suchte, wozu ich gestern keine zeit mehr gehabt hatte, und wie ich es nicht fand, fuhr ich nicht gleich in die schule, nein, diese intelligenz sagte mir: kauf doch am besten gleich ein neues schloss! nie im leben wäre ich darauf gekommen! heißa!
dazwischen musste ich meine hand in einen müllkübel stecken. dabei fragte mich meine neue begleiterin: wieso entsorgst du, die schon seit über einem jahr sesshaft ist, deinen müll wie eine obdachlose? ich schämte mich. nie mehr restmüll im sutterlüty entsorgen!
ich brach meinen vorsatz, nichts mehr zu essen, da ich trinken musste und mir bei dieser gelegenheit dann eben doch ein käsebrötchen kaufte.
ich muss trinken, weil ich gestern so viel getrunken habe, man kennt das ja. ich könnte von alkohol und luft leben zur zeit und auch gar nicht schlafen. nur einmal bin ich erschrocken über die schwarzen schatten unter meinen augen.
ich könnte jetzt auch noch darüber schreiben, dass ich nur idioten gefalle und ich für diejenigen, die mir gefallen, wohl meinerseits eine idiotin bin. dabei hab ich gestern gedacht, als ich nach drei flaschen wein zum zehnten mal in den klospiegel geschaut habe: ich würde mir gefallen, wenn ich ein kerl wär. (das kann man jetzt auch falsch verstehen). da gefällt man sich einmal selbst, obwohl man so abgekämpft ist wie ein edler ritter, nervöser als die eigene mutter und so schlecht in der schule geworden ist (im letzten semester war ich immerhin die viertbeste), dass man sich eigentlich selbst auslachen würde, richtig mies bin ich geworden, geschämt habe ich mich...
ich könnte jetzt auch schreiben, dass ich mich demnächst gegen hepatitis impfen lasse, weil es gerade eine impfaktion gibt, und warum mich das so freut.
denn jetzt ist alles scheiße geworden. ich fühle mich beschissener als dieter bohlen, interpretiert von stermann und grissemann. wenn ich nicht das buch machen würde, hätte ich nicht mehr viel, was mir das leben angenehm macht, außer vielleicht der tatsache, dass ich kein kopfweh habe.
die moral von der geschicht ist, dass mich alles ankotzt, aber ich schreibe jetzt einen roman darüber. morgen schreibe ich, was mir heute passiert ist, aber ich fürchte, es wird mir heute nicht viel passiert werden sein, ausser dass ich in eine fade, beschissene schule gehe (darf man das sagen, ohne exmatrikuliert zu werden?), dass ich single bin, dass mich nur mehr eines im leben freut außer meiner tollen fotoserie, dass ich noch nicht ausgewandert bin (darüber könnte ich auch noch schreiben), dass ich neuerdings BWL und INFORMATIK studiere (ein heimlicher traum von mir), dass ich kein kapital habe, dafür eine verspannte hirnhaut und sonstige psychosomatische beschwerden, dass ich nicht mehr der einzige fieberblasenfreie mensch bin, dass ich da nicht wohnen will, wo ich wohne, dass ich noch nicht im vierten semester bin, dass ich überhaupt noch nicht fertig mit der schule bin, dass ich aber ansonsten voll fertig bin. nun ja. es ist nicht so schlimm. aber es ist nichts mehr.
nachdem mir gestern abend wieder so ein herrliches tüpfelchen auf dem i geschehen ist, habe ich heute morgen beschlossen, auszuprobieren, wie lange ich es aushalte, nichts zu essen. nachdem mir die großmutter mit rauswurf gedroht hatte und mir danach ungefähr sieben verschiedene speisen, von der käsenudel bis zum joghurt anbot, eine davon sogar zweifach, und sagte, dass sie mir neue schuhe kaufen müsse (da es ja, wie sie mir einige tage zuvor erzählt hatte, menschen gab, die auf die sohle achteten), musste ich gehen.
derweil hatte ich schon zwei sachen gelernt. mein hirn hatte mit einer neuen art von intelligenz freundschaft geschlossen. diese begebenheit möchte ich mit zwei anschaulichen beispielen illustrieren.
1.) ich räumte auf, da fiel mir mein mantel in den weg, der auf dem sitzsack lag, oder so ähnlich. vor dem winter, also in den nächsten sechs monaten oder so, muss ich den unbedingt reinigen lassen. ich wollte ihn aufheben und in den schrank hängen, da wollte ich ihn doch wieder liegen lassen, da ich dachte, dass ich diesen monat kein geld zur reinigung hätte. da kam diese neuartige intelligenz daher und sagte mir: dann ist es wohl doch schlauer, den mantel in den schrank zu hängen, als ihn liegen zu lassen.
2.) wie ich hinterher durch die straße fuhr und mein fahrradschloss suchte, wozu ich gestern keine zeit mehr gehabt hatte, und wie ich es nicht fand, fuhr ich nicht gleich in die schule, nein, diese intelligenz sagte mir: kauf doch am besten gleich ein neues schloss! nie im leben wäre ich darauf gekommen! heißa!
dazwischen musste ich meine hand in einen müllkübel stecken. dabei fragte mich meine neue begleiterin: wieso entsorgst du, die schon seit über einem jahr sesshaft ist, deinen müll wie eine obdachlose? ich schämte mich. nie mehr restmüll im sutterlüty entsorgen!
ich brach meinen vorsatz, nichts mehr zu essen, da ich trinken musste und mir bei dieser gelegenheit dann eben doch ein käsebrötchen kaufte.
ich muss trinken, weil ich gestern so viel getrunken habe, man kennt das ja. ich könnte von alkohol und luft leben zur zeit und auch gar nicht schlafen. nur einmal bin ich erschrocken über die schwarzen schatten unter meinen augen.
ich könnte jetzt auch noch darüber schreiben, dass ich nur idioten gefalle und ich für diejenigen, die mir gefallen, wohl meinerseits eine idiotin bin. dabei hab ich gestern gedacht, als ich nach drei flaschen wein zum zehnten mal in den klospiegel geschaut habe: ich würde mir gefallen, wenn ich ein kerl wär. (das kann man jetzt auch falsch verstehen). da gefällt man sich einmal selbst, obwohl man so abgekämpft ist wie ein edler ritter, nervöser als die eigene mutter und so schlecht in der schule geworden ist (im letzten semester war ich immerhin die viertbeste), dass man sich eigentlich selbst auslachen würde, richtig mies bin ich geworden, geschämt habe ich mich...
ich könnte jetzt auch schreiben, dass ich mich demnächst gegen hepatitis impfen lasse, weil es gerade eine impfaktion gibt, und warum mich das so freut.
denn jetzt ist alles scheiße geworden. ich fühle mich beschissener als dieter bohlen, interpretiert von stermann und grissemann. wenn ich nicht das buch machen würde, hätte ich nicht mehr viel, was mir das leben angenehm macht, außer vielleicht der tatsache, dass ich kein kopfweh habe.
die moral von der geschicht ist, dass mich alles ankotzt, aber ich schreibe jetzt einen roman darüber. morgen schreibe ich, was mir heute passiert ist, aber ich fürchte, es wird mir heute nicht viel passiert werden sein, ausser dass ich in eine fade, beschissene schule gehe (darf man das sagen, ohne exmatrikuliert zu werden?), dass ich single bin, dass mich nur mehr eines im leben freut außer meiner tollen fotoserie, dass ich noch nicht ausgewandert bin (darüber könnte ich auch noch schreiben), dass ich neuerdings BWL und INFORMATIK studiere (ein heimlicher traum von mir), dass ich kein kapital habe, dafür eine verspannte hirnhaut und sonstige psychosomatische beschwerden, dass ich nicht mehr der einzige fieberblasenfreie mensch bin, dass ich da nicht wohnen will, wo ich wohne, dass ich noch nicht im vierten semester bin, dass ich überhaupt noch nicht fertig mit der schule bin, dass ich aber ansonsten voll fertig bin. nun ja. es ist nicht so schlimm. aber es ist nichts mehr.
bia - 4. Mai, 13:19