stürmisch
heute hab ich vom großen sturm geträumt. er war auch ein tsunami, und man konnte in wind und wasser surfen ohne surfbrett und sich treiben lassen wie ein vogel in einer sehr großen waschmaschine.
es war ein herrlicher traum, wie es die meisten träume ja sind, die sich mit körperlichen erlebniswelten beschäftigen: essen, sex und musik. von musik träume ich zu selten, statt dessen verwandle ich musik in einen traum, indem ich sie konsumiere, während ich halbschlafe, jemanden küsse oder im mich endstadium eines rausches niederlege. oder alles zusammen.
von solch größeren naturgewalten aber träumt man ja meistens nicht schön. mir aber ist die welt schon längst zu einem erlebnispark geworden, deswegen vielleicht doch. tsunami? –wasserrutsche! flugzeugabsturz? –flugsimulator! autounfall? –autodrom usw. usf.
der sturm war also ziemlich cool in meinem traum. für die anderen, für die der sturm nicht im traum war, war er nicht so cool. er war nicht cool. er hat häuser abgedeckt und das übliche, und ich hätt es ja erst heute aus österreichs großformatigerer zeitung an der supermarktkasse erfahren auf eine ziemlich anbiedernde art: österreich total zerstört! ach ne. ein glück, dass ich noch nicht total zerstört bin.
ich bin ja auch nicht besonders hellsichtig. am abend, ich kam gerade von einem nachtspaziergang, den ich regelmäßig eine oder zwei nächte nach einer durchfeierten nacht durchführe, und mich wieder an die normale welt heranzuführen, erschrak zunächst einmal meine oma, wie ich zur tür hereinkam. das ist nichts neues, denn sie erschrickt immer, wenn sie mich sieht und redet dann was von schwarz...und groß...und gestalt, oder sie schreit: mama! deswegen habe ich eigentlich überhaupt keine lust mehr, sie anzusprechen. nach zwei jahren sollte sie sich daran gewöhnt haben, dass einem jemand, der sich ab und zu in der wohnung aufhält, hallo sagen könnte.
als rache dafür, dass sie mir zu so einer unchristlichen zeit zwischen tür und angel begegnen musste, auch wenn ich gerade ein- und nicht ausging, verwickelte sie mich in ein gespräch, bei dem ich von anfang an null chancen gegen sie hatte.
ihre argumentation war wie immer bemerkenswert, verbandelte sie doch gleich geschickt das steiermärkische unwetter mit meinem auslandsaufenthalt.
die folgende unterhaltung will ich etwas verkürzt darstellen. die kernthemen bleiben jedenfalls erhalten.
ich mag gar nicht daran denken, wenn du im flugzeug bist, wenn es so zu geht!
nachdem ich meine verblüffung überwunden hatte, versuchte ich ihr zu erklären, dass mein abflug sowohl räumlich als auch zeitlich und auch sonst irgendwie in jeder hinsicht weit weg ist von diesen unsäglichen unwettern, die gott bestimmt wieder nur dazu geschaffen hatte, um meiner oma einen grund zu geben, mich fertig zu machen.
das beeindruckte meine oma gar nicht. sie hatte nämlich schon die apokalypse gerochen.
und wenn du nicht mehr zurückkommst, warf sie mir vor.
ich nahm das schon gar nicht mehr ernst und gab ihr die einzig richtige antwort auf diese frage: dann bleib ich eben dort.
damit nahm ich ihr kurz den wind aus den segeln – hatte sie nun buße erwartet? – aber sie holte nur atem für ihre letzte bosheit, denn nun wurde sie ernstlich böse.
wie kann man nur so liederlich sein und so weggehen!
ich wusste nicht, war das ein verborgener, längst fälliger vorwurf für mein nächtliches fernbleiben unlängst – das hätte mir ja eingeleuchtet, aber was ein katholischer mensch an einem auslandsaufenthalt liederlich finden soll, muss man mir erst mal klarmachen. nein, sie meinte natürlich meinen auslandsaufenthalt.
anstatt ihr zu erklären, dass meine von ihr so verehrte katholische freundin sich in noch wilderen südamerikanischen ländern herumtrieb, während ich vordergründig ja nicht zum mich herumtreiben dahin gehe, also wirklich, murmelte ich mein in solchen situationen immer passendes jaja und verschwand in den tiefen der wohnung.
ums mit ulrich plenzdorf zu sagen: ich weiss nicht, ob mich einer versteht.
es war ein herrlicher traum, wie es die meisten träume ja sind, die sich mit körperlichen erlebniswelten beschäftigen: essen, sex und musik. von musik träume ich zu selten, statt dessen verwandle ich musik in einen traum, indem ich sie konsumiere, während ich halbschlafe, jemanden küsse oder im mich endstadium eines rausches niederlege. oder alles zusammen.
von solch größeren naturgewalten aber träumt man ja meistens nicht schön. mir aber ist die welt schon längst zu einem erlebnispark geworden, deswegen vielleicht doch. tsunami? –wasserrutsche! flugzeugabsturz? –flugsimulator! autounfall? –autodrom usw. usf.
der sturm war also ziemlich cool in meinem traum. für die anderen, für die der sturm nicht im traum war, war er nicht so cool. er war nicht cool. er hat häuser abgedeckt und das übliche, und ich hätt es ja erst heute aus österreichs großformatigerer zeitung an der supermarktkasse erfahren auf eine ziemlich anbiedernde art: österreich total zerstört! ach ne. ein glück, dass ich noch nicht total zerstört bin.
ich bin ja auch nicht besonders hellsichtig. am abend, ich kam gerade von einem nachtspaziergang, den ich regelmäßig eine oder zwei nächte nach einer durchfeierten nacht durchführe, und mich wieder an die normale welt heranzuführen, erschrak zunächst einmal meine oma, wie ich zur tür hereinkam. das ist nichts neues, denn sie erschrickt immer, wenn sie mich sieht und redet dann was von schwarz...und groß...und gestalt, oder sie schreit: mama! deswegen habe ich eigentlich überhaupt keine lust mehr, sie anzusprechen. nach zwei jahren sollte sie sich daran gewöhnt haben, dass einem jemand, der sich ab und zu in der wohnung aufhält, hallo sagen könnte.
als rache dafür, dass sie mir zu so einer unchristlichen zeit zwischen tür und angel begegnen musste, auch wenn ich gerade ein- und nicht ausging, verwickelte sie mich in ein gespräch, bei dem ich von anfang an null chancen gegen sie hatte.
ihre argumentation war wie immer bemerkenswert, verbandelte sie doch gleich geschickt das steiermärkische unwetter mit meinem auslandsaufenthalt.
die folgende unterhaltung will ich etwas verkürzt darstellen. die kernthemen bleiben jedenfalls erhalten.
ich mag gar nicht daran denken, wenn du im flugzeug bist, wenn es so zu geht!
nachdem ich meine verblüffung überwunden hatte, versuchte ich ihr zu erklären, dass mein abflug sowohl räumlich als auch zeitlich und auch sonst irgendwie in jeder hinsicht weit weg ist von diesen unsäglichen unwettern, die gott bestimmt wieder nur dazu geschaffen hatte, um meiner oma einen grund zu geben, mich fertig zu machen.
das beeindruckte meine oma gar nicht. sie hatte nämlich schon die apokalypse gerochen.
und wenn du nicht mehr zurückkommst, warf sie mir vor.
ich nahm das schon gar nicht mehr ernst und gab ihr die einzig richtige antwort auf diese frage: dann bleib ich eben dort.
damit nahm ich ihr kurz den wind aus den segeln – hatte sie nun buße erwartet? – aber sie holte nur atem für ihre letzte bosheit, denn nun wurde sie ernstlich böse.
wie kann man nur so liederlich sein und so weggehen!
ich wusste nicht, war das ein verborgener, längst fälliger vorwurf für mein nächtliches fernbleiben unlängst – das hätte mir ja eingeleuchtet, aber was ein katholischer mensch an einem auslandsaufenthalt liederlich finden soll, muss man mir erst mal klarmachen. nein, sie meinte natürlich meinen auslandsaufenthalt.
anstatt ihr zu erklären, dass meine von ihr so verehrte katholische freundin sich in noch wilderen südamerikanischen ländern herumtrieb, während ich vordergründig ja nicht zum mich herumtreiben dahin gehe, also wirklich, murmelte ich mein in solchen situationen immer passendes jaja und verschwand in den tiefen der wohnung.
ums mit ulrich plenzdorf zu sagen: ich weiss nicht, ob mich einer versteht.
bia - 28. Jan, 15:06